Mustervertrag geschäftsführer ug

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Neben ihrer Satzungskompetenz und anderen Grundkompetenzen verfügen die Aktionäre über zahlreiche weitere Befugnisse. Sie erstrecken sich auch auf den Bereich der laufenden Geschäftsführung und untermauern eine weitreichende Bindung der Geschäftsführer an Weisungen. Ein Arbeitsvertrag kann mit einem Geschäftsführer abgeschlossen werden, der nicht gleichzeitig Aktionär (externer Geschäftsführer) ist, d.h. die von Weisungen abhängige wirtschaftliche Macht über das Unternehmen ausübt. In einem solchen Fall ist er in der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung sozialversicherungspflichtig. Der externe Geschäftsführer unterliegt der Einkommensteuer. Die Geschäftsführer müssen jedem Aktionär auf Anfrage unverzüglich Informationen über Unternehmensangelegenheiten geben und auf Verlangen Einblicke in die Bücher und Korrespondenzen des Unternehmens gewähren. Die Aktionäre fassen ihre Beschlüsse in der Regel auf einer Hauptversammlung ab. In einer Ein-Mann-GmbH wird dieses Organ vom Alleingesellschafter gebildet. Die formellen Richtlinien zur Hauptversammlung sind wesentlich einfacher als die einer Aktiengesellschaft. Soweit im Aktionärsvertrag nichts anderes steht, erfolgt die Abstimmung durch Aktien. Jeder 1 Euro gewährt eine Stimme.

Die Verantwortung der Aktionäre erstreckt sich nicht nur auf die laufende Geschäftsführung, sondern auch auf die Genehmigung des Jahresabschlusses und der Zuteilung der Gewinne, die Bestellung und den Rückruf der Geschäftsführer, Maßnahmen zur Prüfung und Überwachung der Geschäftsführung, die Bestellung von Inhabern einer beschränkten kaufmännischen Vollmacht und Generalbevollmächtigten, rechtsverhältnissezwischen Gesellschaft und Aktionären usw. Der Mietvertrag des Geschäftsführers mit der GmbH ist in der Regel ein Dienstleistungsvertrag eines Freiberuflers (kein Arbeitsvertrag). Dies ist bei einem geschäftsführenden Aktionär der Fall, wenn er die wirtschaftliche Macht des Unternehmens (insbesondere wenn er mehrheitsbeteiligt ist) entschieden ausübt. Aber auch geschäftsführende Aktionäre mit einem Anteil von weniger als 50 % des Grundkapitals sind als freiberufliche Arbeitnehmer anzusehen, wenn sie nicht an Weisungen gebunden sind. In der Regel sind Freiberufler in Deutschland nicht sozialversicherungspflichtig (Rentenversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung). Eine freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist für ehemalige Angestellte möglich. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Pflichtversicherung oder eine freiwillige Versicherung in den gesetzlichen Rentenversicherungen zu beantragen. In einigen Branchen ist ein Unternehmer auch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert, wenn er keine Arbeitnehmer hat.

Eine freiwillige Versicherung ist für Pflichtversicherungspflichtige jedoch nicht möglich. Der geschäftsführende Gesellschafter ist jedoch Arbeitnehmer im Sinne des Einkommensteuerrechts (auch bei einer sogenannten Ein-Mann-GmbH), wenn sich dies aus dem Gesamteindruck der Vertragssituation und ihrer sachgemäßen Leistung ergibt. In einem solchen Fall ist die von ihm erhaltene Vergütung eine Bezahlung für die Arbeit, soweit sie im Hinblick auf den Betrag angemessen ist, d. h. insoweit, als sie auch für die gleiche Leistung an einen externen Geschäftsführer gezahlt würde, der kein Aktionär ist (Außenvergleich). Diese Arbeitszahlung unterliegt der Einkommensteuer. Im Gegenzug kann sie von der Gesellschaft als operative Ausgaben abgezogen werden (Details und steuerliche Folgen davon, dass die Vergütung nicht als Arbeitsgeld, sondern beispielsweise als versteckte Gewinnausschüttung betrachtet wird, sollten mit einem Steuerberater besprochen werden).