Tarifvertrag handel hessen 2018

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Der Grundgedanke der Arbeitszeitkonten ist, dass ein Arbeitnehmer über einen bestimmten Zeitraum länger oder kürzer arbeiten kann als kollektiv vereinbart und damit Arbeitszeitgutschriften oder Belastungen auf einem individuellen Arbeitszeitkonto einsammelt, die später durch zusätzliche Freizeit oder Arbeit ausgeglichen werden. Aus Sicht der Arbeitgeber hat dieses Konzept mindestens zwei wesentliche Vorteile. Erstens ermöglicht es den Unternehmen eine flexiblere Produktion, die enger mit den Anforderungen des Marktes zusammenhängt. Zweitens: Da die meisten Arbeitszeitgutschriften nicht als Überstunden gezählt werden, muss der Arbeitgeber keine regelmäßigen Überstundenzuschläge zahlen und kann so die Arbeitskosten senken. Aus Sicht der Arbeitnehmer könnte die Verwendung von Arbeitszeitkonten ein Instrument für mehr “Zeitsouveränität” (Zeitsouveränität) sein, das ihnen helfen könnte, die Arbeitszeit stärker ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen anzupassen. Die meisten Tarifverträge sehen eine regelmäßige (mindestens monatliche) Information der Arbeitnehmer über den Saldo ihres individuellen Arbeitszeitkontos vor. Viele Tarifverträge geben den Betriebsräten auch Informations- und Anhörungsrechte über die Verwendung von Arbeitszeitkonten. Nur wenige Vereinbarungen beziehen die Tarifparteien in die Festlegung der Arbeitszeitkontenbestimmungen auf Unternehmensebene ein. Darüber hinaus hat sich die Einführung sogenannter individueller Arbeitszeitkonten in den letzten Jahren zu einem wichtigen Instrument für flexible Arbeitszeitregelungen entwickelt. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI) gibt es zahlreiche Tarifverträge, die Bestimmungen für die Einführung und Anwendung dieser Arbeitszeitkonten enthalten.” Ein Überblick über tarifliche Regelungen”, Reinhard Bispinck, WSI Informationen zur Tarifpolitik, Düsseldorf, Februar 1998). Laut einer im Februar 1998 veröffentlichten Studie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI) gibt es zahlreiche tarifliche Bestimmungen zur Einführung von “Arbeitszeitkonten” in Deutschland, die zu einem wichtigen Instrument für flexible Arbeitszeitregelungen geworden sind. Aus Sicht der Arbeitnehmer ist die Frage der flexiblen Arbeitszeitregelungen durch die Verwendung von Arbeitszeitkonten jedoch eher zweideutig. Einerseits gibt es die Möglichkeit einer individuelleren “Zeitsouveränität”, andererseits besteht die Gefahr einer Unterordnung unter die Flexibilitätsforderungen des Unternehmens.

In Bezug auf letztere sieht die WSI-Studie die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen bei den Tarifverträgen, um einen akzeptablen Kompromiss zu definieren. (Thorsten Schulten, Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI)) Die weitverbreitete Einführung kollektiv vereinbarter Arbeitszeitkonten gibt den Unternehmen die Möglichkeit, weit reichende flexible Arbeitszeitregelungen zu haben, die den sich wandelnden Marktzwängen sehr nahe kommen. Tarifverträge über Arbeitszeitkonten sind darüber hinaus ein weiterer Beweis dafür, dass das deutsche System branchenweiter tariflicher Tarife viel flexibler und differenzierter ist als sein Image. Schließlich stellt die WSI-Studie fest, dass die meisten Tarifverträge keine Bestimmungen zur Sicherung von Arbeitszeitgutschriften im Konkursfall enthalten. Während einige Vereinbarungen vage Bestimmungen enthalten, sehen nur die Tarifverträge für Gartenbau und Landwirtschaft die Einführung eines Sonderfonds vor, der die Verluste von Arbeitszeitkrediten im Falle eines Konkurses ausgleichen könnte.